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"Was soll man denn über einen schreiben der schreibt? Er schreibt halt und hofft, dass man liest was er schreibt. So einfach ist das."

Holger Sieler, 3. Mai 2011

 

Di

24

Apr

2012

Konni Fuzius spricht

 

 

"Wir haben alle gute

Gründe für unser Verhalten.

Selbst Mörder haben das."

 

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Do

19

Apr

2012

Unglaublich

Ohne Superlativen wäre die Werbung impotent. Ohne unser Potential zur Neujustierung von Gewohnheiten gäbe es nicht eine einzige wirksame Therapieform, und ohne die Fähigkeit zum Staunen keine Religion oder Spiritualität, und wir alle würden ewig so bleiben, wie wir sind. Ob sich das beruhigend oder erschreckend anfühlt? Alle siebzehn Möglichkeiten sind vorstellbar! Wie lange die Ewigkeit dauert ist Chefsache - sollte man glauben. „Meine nächste Beziehung wird 10 Jahre jünger sein als ich!“ Zack! So schnell fällt man aus dem Beuteschema. Die Frau, die kurz vorher noch meine Lachs-Sahne-Sauce gelöffelt und anschließend besungen hat, setzt Signale nach denen ich gar nicht gefragt hatte. „MEINE nächste Beziehung wird 33 Jahre alt sein. fließend finnisch und hebräisch sprechen und Fälkja oder Wasa heißen“ hätte ich gekontert, wenn es mir in dem Moment eingefallen wäre. So schreibe ich es halt einige Tage später auf und sehe es als Inspiration für eine weitere amüsante Geschichte in Band 2 von „Ganz kurz nur“. Wie wir an unseren Wünschen festhalten, auch wenn uns andere oder unerwartete Optionen begegnen, ist manchmal kurios. Dass ich dieses Spiel auch immer wieder spiele, ist aus intellektueller Sicht erstaunlich, aus einer Perspektive der gesunden Neugier unglaublich und wenn ich meinen Briefträger fragen würde, müsste ich diesen Blogeintrag löschen, denn wahrscheinlich würde er sagen: „Worum geht‘s hier eigentlich?“ oder „Ein Paket von Amazon ... für Fössel.“

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Do

12

Apr

2012

Konni Fuzius spricht

 

 

"Kreativität ist kein Softskill,

sondern eine Grundhaltung."

 

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Fr

06

Apr

2012

Super

1,72. Das wäre die denkbare Größe von Jesus Christus, als er vor fast 2000 Jahren von den Römern ans Kreuz geschlagen wurde und 1,72 ist auch der Benzinpreis, der heute am Karfreitag 2012 an den Tankstellen angeschlagen steht. Beiden gemein sind zwei Schlüsselwörter: Freiheit und Anbetung. Über den Altaren der christlichen Welt hängt das Kreuz als Symbol des Mensch gewordenen Gottes, der sein Leben gab, um das Leiden aller auf sich zu nehmen. Das Auto hingegen ist der Altar selbst, Objekt der Anbetung oder auch das goldene Kalb auf vier Rädern. Es läßt den lustvoll leiden, der sich ihm hingibt. Eine Obsession in Lack und Kunstleder. Die Bezeichnung Automobil ist eigentlich irreführend, denn durchschnittlich bewegen wir unsere fahrenden Altare lediglich eine Stunde am Tag. Den Rest der Zeit arbeiten wir dafür, Benzin, Verschleissteile, Steuer, Versicherung und die Finanzierung des Nachfolgemodells zu sichern und vielleicht noch die Garage, damit der Glanz unseres Lieblings lange strahlt. ES steht derweil nur rum, frisst stumm und mit grinsender Motorhaubenfratze unser Geld und verliert stündlich an Wert. WIR nennen das dann Freiheit. Manchmal denke ich, dass grenzenlose Freiheit eine Illusion ist, die ihre Wirkung aus der Versklavung ihrer Anhänger zieht - ein Papamobil, dass sich als ein Perpetuum Mobile ausgibt. Nun ja, jede Bewegung braucht einen Antrieb und Brennstoff. Frohe Ostern allen in Stadt und Land und auf den Straßen!

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Mi

04

Apr

2012

Konni Fuzius spricht

 

"Einsichten entstehen in einem

tiefgehenden und existentiell-

philosophisch-therapeutischen

Prozess oder ... einfach beim Kacken."

 

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Di

03

Apr

2012

Leseschwäche

Neulich wurde ich mal wieder gefragt, ob ich denn dieses oder jene Buch gelesen hätte, was ja so ganz in der Tradition von und typisch für, wenn es auch ein wenig inkonsequent im Duktus und Geist dieser etwas verqueren Grundhaltung daherkommt, aber es trotzdem schafft, den Leser ein- und mitzunehmen? „Nein, habe ich nicht gelesen, ich schreibe lieber.“ Das tue ich nicht mal aus irgendeiner Antihaltung heraus, sondern weil ich es einfach mag. Ich bin halt kein fleissiger Leser. Natürlich braucht man Inspiration, denn nur aus sich heraus zu schreiben, lässt einen schnell austrocknen und irgendwann dreht man sich nur um sich selbst und seine kleinen neurotischen Welten und Satelliten. Meinen Input hole ich mir weniger lesend, sondern eher beobachtend z. B. über Menschen wie Jost, die viel lesen und die ich fragen kann, was ich denn so verpasst habe, in den letzten Lesesaisons. Das kann ich ganz unverschämt abfragen, denn die wirklich Belesenen haben keinen Grund, andere mit Ihrem Wissen zu beschämen. Jost wird nach eigener Schätzung noch eine Lebensspanne von zusätzlich 300 Jahren brauchen, um die Bücher zu lesen, die er sich mit durschschnittlich zehn ausgesuchten Neuerscheinungen monatlich ins Haus holt. Beeindruckend, aber nicht mein "Style". Ich bin auch nicht gut im Kommasetzen und bringe lieber die Inhalte auf den Punkt. Ich finde das auch nicht schlimm, denn ich lebe ja mitten in Deutschland, im Land der Fußnotenfetischisten, Quellenangabenquengler und KOMMAndanten. Not an Korrekturwilligen gibt es wirklich nicht. Kann schon sein, dass es irgendwo wichtig oder verständnisfördernd ist, die Zeichen der neuen deutschen Rechtschreibung zu erkennen und diese dann auch richig zu setzen. Mein Fokus ist ein anderer: ich mag das lockere Spiel mit der Sprache und die Vielzahl der Varianten, die möglich ist. Punkt.

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So

01

Apr

2012

Konni Fuzius spricht

 

Endlich entschlüsselt! Das Geheimnis

glücklicher Beziehungen: "Wenn Du eine

hast, genieße es. Wenn Du keine hast,

genieße es."

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Fr

30

Mär

2012

Was bin ich?

Bin vor kurzem ein Jahr älter, ein paar Kilo leichter und um einige Gedanken ärmer geworden und wenn es denn unbedingt einen griffigen Titel bräuchte, um mich zu orten, dann wäre es wohl „Deutscher Buddhist“. Das klingt allerdings, als wäre da wider die Natur, etwas zusammengewachsen, was nicht zusammengehört. Der Buddhismus ist ja nicht einmal eine ordentliche Religion, sondern ein philosophischer Ansatz, der so unendlich viele Traditionen, Schulen und Übertragungslinien hervorgebracht hat, dass sich ein durchschnittlicher deutscher Wanderer unmöglich darin zurechtfinden kann, auch nicht mit Karte. Das fängt schon mit dem Basisvokabular an. „Liebe“ klingt für unser Empfinden entweder romantisch-verkitscht oder esoterisch-verheult (verboten-katholisch ist dann die österreichische Variante nach Thomas Bernhard). Mit „Weisheit“ assoziieren wir eher lange weiße Bärte und „Mitgefühl“ ist für uns definitiv zu praktisch. Das klingt so ... machbar. Dann doch lieber die Liebe. Die kann man sich schön groß und unerreichbar machen. Ich erinnere mich noch gut, denn seinerzeit habe ich leidenschaftlich Witze darüber gemacht: Der Buddhismus in Deutschland hatte in den frühen Achtzigern seine Pionierzeit. Der Rest der bewusst sein wollenden Bevölkerung fühlte, heulte und brüllte in Therapieworkshops und viele unschuldige Kissen starben als Stellvertreter für „Irgendwas“ einen unehrenhaften Tod. Mann, Frau und Ich begaben sich auf die Suche nach Authentizität, Selbstverwirklichungsspielplätzen und der schuldig gebliebenen Anerkennung durch die eigenen Eltern. Ein, für unsere Verhältnisse, recht komplizierter Prozess, denn eigentlich sind wir kein Volk der Zwischentöne. Mit „Jawoll! Ja!“ oder aber „Nicht mit mir!“ stecken wir in der Regel unser Spielfeld kantengenau ab, ernennen die Linienrichter und mindestens einen Feind. Relativ gesehen, gibt es uns schon: Kalle und Malle, FC Bayern und Borussia Dortmund, Lauterbacher Strolch-Camenbert und Rotkäppchen Sekt. Kein Schöpfergott, kein Satan, keine Seele: die buddhistischen Nichtvorhandenheiten sind etwas schwer verständlich für eine Mentalität, die gern weiß wo der Hammer hängt, welches Dach gedeckt werden soll und wer schuld ist an dem ganzen Schlamassel. Ob ich eine Lösung für dieses Problem habe? Nein, aber "welches Schweinderl hättens denn gern"?

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Sa

03

Mär

2012

Konni Fuzius spricht

 

Es gibt Sätze, die sind erschreckend

blutleer: "Der Markt für Mittagssnacks

wächst europaweit."

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Di

28

Feb

2012

An und für mich gehts ihm gut

Seit 4 Monaten bin ich in Berlin, arbeite und lebe bei Dharma Mati, einem tibetisch-buddhistischen Zentrum meines Lehrers Sogyal Rinpoche. Ich übe mich in Gleichmut, Geduld und Microsoft Office (was für einen Designer eine ziemliche Herausforderung ist). Wie das so ist, mit fast 50 noch mal was ganz Neues anzufangen? Ehrlich gesagt, es ist ... wunderbar ... meistens! Mancher fragt mich, wie es ihm wohl geht, dem Mann der aus der Werbung und der Wetterau in die Hauptstadt kam. Was macht er so den ganzen Tag, ausser Sitzen und Meditieren und sich an die eigene Nase fassen, die es aus buddhistischer Sicht ja gar nicht wirklich gibt? Nun, ich arbeite, esse und schlafe wie die meisten anderen Menschen auch. Im Moment sitze ich in meinem Zimmer, höre Eric Burdon, genieße lecker Nudeln mit einer Sahne-Senf-Sauce und nehme einfach zu  - an Einsichten und an Gewicht. Die „Auflösung des Ego“ als Kampfansage bringt leider nicht automatisch die überflüssigen Pfunde zum Schmelzen. Aber, wenn es nicht mehr so wichtig ist, toll zu sein - und es gibt viele subtile Spielarten „toll sein“ zu wollen - entsteht eine uneitle Art von Schönheit, Gelassenheit und Attraktivität. Abnehmen werde ich trotzdem, soviel Disziplin muss sein und ausserdem habe ich nach wie vor einen Spiegel im Bad. Ob ich ab jetzt nie mehr wütend, deprimiert oder ungerecht sein werde? Nö, aber ich arbeite dran. Wer also meine Knöpfe oder „Gefällt mir“ drücken will, kann das gerne tun. Ich schätze beides.

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Sa

25

Feb

2012

Konni Fuzius spricht

 

"Wissen transportiert 

man in Köpfen.

Weisheit im Herzen."

 

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Mo

06

Feb

2012

Schwesterherz

Typisch waren wir nie,

Dein Strickkleid bis zum Knie,

alles Ton in Ton,

und Buttercreme als Lohn,

zu jeder unserer Feiern.

 

Die Siebziger waren grauslich,

und modisch schier unglaublich,

denn was wir tragen mussten,

macht mir heut noch Husten.

Egal, wir haben überlebt.

 

Keiner für alle, jeder für sich,

gute Manieren bei Tisch.

Korrekt gebundene Senkel,

ein Hähnchen hat zwei Schenkel.

Die reichen nicht für vier.

 

Du warst ein anderes Wesen

vom Stern der Hexenbesen.

Haben uns lang versteckt,

die Liebe spät entdeckt:

Bin froh, dass es Dich gibt!

 

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Fr

03

Feb

2012

Konni Fuzius spricht

 

"Es ist gut, Menschen dort abzuholen

wo sie stehen. Manche verpasst man aber,

weil sie nicht dort stehen wo man sie

vermutet hat."

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Mo

23

Jan

2012

Aufgeräumt

Habe heute die letzte Autoladung meiner Bad Nauheimer Wohnung nach Berlin gefahren. Ich hatte mir drei Tage Zeit genommen, gut zu sortieren und wegzuwerfen, was schon seit Jahren in irgendwelchen Kisten ein trauriges Dasein fristete. Dabei sind mir ein paar alte Texte in die Hände gefallen, und einen davon gebe ich zu seinem 10-jährigen Bestehen hier mal zum Besten:

 

„Im Sommer stinkt es zum Himmel und im Winter frieren sie sich den Arsch ab. Wer hat wirklich Lust Müllmann zu sein? Und doch hat es etwas schönes, die Männer in ihren strahlend orangenen Anzügen zu sehen: Kumpels mit einem trotzigen Stolz. Sie laufen dem Monstrum von Müllauto hinterher wie das lorenz‘sche Gänsekücken der vermeintlichen Mutter. Sie wissen, wo sie hingehören. Es scheint, als hätten sie immer soviel Verbindung zur Mutter, wie es die unsichtbare Nabelschnur zulässt. Sie füttern ihre Mama, ein nimmersattes Ungeheuer, dass knirschend und gierig alles in sich aufnimmt.“

 

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Mo

16

Jan

2012

Konni Fuzius spricht

 

"Zur richtigen Zeit

am richtigen Ort zu sein,

kann auch richtig

langweilig werden."

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Mo

09

Jan

2012

Groß- und Kleinschreibung

Mir gehts heute großartig und ich bin grundlos glücklich. Nicht wie ein Idiot, der debil vor sich hin grinst und nicht weiß, warum oder worüber ... oder vielleicht doch, ein wenig in dieser Art. Ein einfacher Mensch, der sich nicht unnötig viele Gedanken darüber macht, wie groß oder klein er ist. Great! Wahre Größe steckt ohnehin im Detail, nicht im Kleingedruckten, aber im Kleinteiligen oder anders gesagt: In jeder Zelle und jedem Atom ist der Plan für das große Ganze enthalten. Das kann ich nicht beweisen, das ist einfach nur ein schöner Gedanke, ein Potpourri aus vielen Puzzleteilen meiner Hirnaktivitäten, Sozialisation, Gelesenem, Gehörtem und Gefühltem. Gaaanz großes Kino hat auch mal klein angefangen: Humphrey Bogart musste immer auf einem Schemel stehen, um mit Ingrid Bergmann auf Augenhöhe zu sein, und der aktuelle Titel des deutschen Ärzteblatts klingt wie ein Film mit Matthias Schweighöfer: „Vorhofflimmern!“ Der Zusammenhang? Keiner! Das sind einfach nur Krümelassoziationen, denn jeder sollte ein Stück vom großen Kuchen abkriegen: Torten, Tortellini, Tarantel, Tic Tac Toe, Tinnitus, Was ich geraucht habe? Nix, bin einfach nur gut gelaunt und leicht im Unterhalten. Gutes Neues, Euch allen, Groß und klein!

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Sa

24

Dez

2011

Alles Gute

Vor ein paar Tagen habe ich ein amerikanisches Video gesehen über die Machenschaften der Mächtigen. Die Thesen fasse ich mal grob zusammen: Wir werden seit Beginn des letzten Jahrhunderts von einer kleinen Clique krimineller amerikanischer Bankerfamilien regiert, die alle Schlüsselindustrien wie Energie, Ernährung, Pharma und zudem das Bildungswesen beherrscht und seit jeher jede Erfindung und Entwicklung, die ohne die Ressourcen Öl, Atomkraft oder Kohle auskommt, unterdrückt oder verschwinden lässt und vielleicht sogar 9/11 inszeniert hat, um eine Legitimation dafür zu haben, das amerikanische Volk zu kontrollieren und unliebsame Zeitgenossen, unter dem Vorwand des Terrorverdachts, aus dem Verkehr zu ziehen. Soviel zur Achse des Bösen. Je nachdem wie man es pointiert, klingt es nach einer paranoiden Verschwörungstheorie oder aber ... nicht wirklich überraschend. Der Motor aller Machtausübung ist die Angst - die vor Bedeutungslosigkeit auf der Seite der Herrschenden und die vor Heimatlosigkeit auf der Seite des „Volkes“, was mir auch eine Erklärung für die zum Teil übersteigerte Sehnsucht nach Eigenheimen zu sein scheint. Der Erwerb derselben wiederum wird künstlich verteuert und besteuert, um Menschen möglichst bis zum Ableben in der Abhängigkeit von Geld zu halten. „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist!“ Der Urheber dieses kettensprengenden Ausspruchs hat heute Geburtstag. Jenseits der niedlichen Ochsundeselkrippenromantik, über die man zur Zeit in den Einkaufszentren stolpert, wünsche ich ihm, Annemarie und uns allen alles Gute, innere Freiheit und ein Zuhause - vor allem in uns selbst.

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Di

13

Dez

2011

Wattehattedudedada?

Don‘t be a Maybe - be Marlboro. Der Dadaismus ist zurück, jene Kunstform die in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts den „totalen Zweifel an allem, absoluten Individualismus und die Zerstörung von gefestigten Idealen und Normen“ postulierte. Neider und selbsternannte Kulturkritiker sprechen hysterisch von einer gefährlichen Infantilisierung und Verblödung unserer Gesellschaft und leugnen die therapeutische Heil- und Sprengkraft, die der Botschaft von Marlboro zugrunde liegt. „Sei kein Vielleicht - sei Marlboro“ lässt konsequent keine Ausflüchte zu und offenbart eine Wahrheit, die unter die Haut geht - nackt, nekrotisch und nikotinhaltig. Bleibt zu hoffen, dass auch andere Branchen den Mut haben, sich Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zu stellen und den Innovator Marlboro kopieren: „Don‘t make shit - eat chocolade“ stünde Ritter Sport gut an oder „Don‘t break even - blow your job“ der Deutschen Bank. Endlich mal wieder eine Kulturrevolution, die man sich gut reinziehen kann!

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So

11

Dez

2011

Eieiei!

 

 

Als Kontrapunkt zum Adventsgeklingel 

und weil es einfach so zu mir kam, hier

ein Liebesgedicht der etwas deftigeren Art.

Danke an Elke K. für's Vorgackern!

 

 

 

 

Die dicksten Eier

 

Erinnerst Du den Bauern,

der immer wieder sprach,

er hätt‘ die dicksten Eier,

obwohl‘s Kartoffeln war‘n.

 

Und immer wieder tat er,

als gäb‘ es einzig ihn,

den Meister aller Meister,

den Kaiser Cholesterin.

 

Wie ein Sack voll Mücken,

gab er stetig an.

Sein einziges Verzücken

galt ihm, als Eiermann.

 

Doch dann bei einer Feier,

hat‘s eine mal gesagt:

Nicht Kartoffel und nicht Eier,

Du bist es, den ich mag.

 

Oft werden wir versklavt

von unserer Prahlerei.

Schön, wenn‘s die Liebe wagt

und uns daraus befreit.

 

 

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So

04

Dez

2011

Alles Banane

Zwei neue Reifen, inklusive Aufziehen und Auswuchten? Das macht, mit unserer Rabattaktion, 333,- Euro. Wie, schon wieder Rabatt? Wo sind denn eigentlich die ganzen normalen Preise hin? Sind die alle krank? Nun, ich habe was gespart und bei meinem überraschend geplatzten Vorderreifen kommt mir das gerade recht. Aber eigentlich ist die Ersparnis vor allem eine gefühlte. Das Thema ist ja bekannt: Ein System, das seine Existenzberechtigung daraus zieht, immer schneller Neues zu produzieren und dies immer unkomplizierter und billiger zum Konsum zur Verfügung zu stellen, hat seine Grenzen und schafft neben viel Müll auch viel Sinnloses. Und weil wir nicht nur immer neue Produkte „brauchen“, sondern diese auch mit immer neuen Versprechungen gekoppelt sein müssen, betten wir das Ganze noch in einen emotionalen Claim ein. Bei der deutschen Wiedervereinigung war das: „Freiheit ist, wenn alle Bananen essen dürfen!“ und schon waren alle Grenzen überwunden, zumindest die des Konsums. Wir wissen um die Absurdität der Situation, aber wir wollen es nicht glauben und erlauben der Werbung, zu unserem Gebet zu werden und ihre Slogans werden zu unbewussten Mantren. Die Postfilialen nerven seit Jahren ungestraft jeden Kunden in jeder Geschäftsstelle in Ost und West mit der Frage, ob man denn nicht ein Konto bei der Postbank haben möchte. Die Mitarbeiter scheinen mir recht gut geschult, denn ich habe schon etliche, nicht stereotyp sondern authentisch wirkende Postbankanmachen erlebt: „Ein Konto bei der Postbank, wäre das nicht was für Sie? Denken Sie mal drüber nach. Ich bin noch bis 18 Uhr hier an Schalter 4.“ Ich nehme es meist mit Humor und antworte meinem baggernden Gegenüber mit dem Satz: „So wie Sie das sagen, fühle ich mich richtig schlecht, so ganz ohne Postbankkonto!“, aber eigentlich wäre eine angemessene Reaktion: „Ich zeig‘ Dich an, Du ...!“ oder die Frage: „Haben Sie auch Bananen im Angebot?“

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Fr

02

Dez

2011

Konni Fuzius spricht

 

"Wahrheit braucht kein gutes Marketing,

aber jedes gute Marketing braucht ein

Minimum an Wahrheit."

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Mo

21

Nov

2011

Eigentor

Für die Fussball-EM in der Ukraine „säubern“ die Behörden die Straßen von streunenden Hunden und entsorgen sie, teils noch lebendig, in Verbrennungsmobilen. Das ist grausam und nur eine von etlichen schlechten Nachrichten. Tödliche Krankheiten, Tierquälerei, soziale Ungerechtigkeit, Kriege und das ganze andere Elend – wir leiden an und in dieser Welt. Und wir neigen dazu, anderen vorzuschreiben, wie sie sich auf dem Spielfeld zu verhalten haben, welcher Grad der Empörung die Regel ist. Während Menschen auf der Intensivstation einsam sterben, leiden andere darunter, dass sie seit Monaten keinen Sex mehr hatten. Beides kann furchtbar sein – wer hat das Recht zu definieren, was richtig schlimm ist? Die buddhistischen Philosophien unterscheiden zwischen relativer und absoluter Ebene. Die relative ist unsere gewohnheitsmässige Verstrickung in die Polaritäten und ist der Bereich, den wir als die einzig wahre und beweisbare Realität wahrnehmen. Dort ist Leiden Teil des Tagesgeschäfts. Das Absolute jedoch, beschreibt unser eigentliches Wesen und Potential, die Natur unseres Seins, an der es nichts zu verändern gilt, sondern lediglich zu erkennen. Hier ist eigentlich alles gut und entspannt, doch solange wir nicht erkannt haben, arbeiten wir uns auf der relativen Ebene ab, machen unsere Hausaufgaben und Fehler. Sich davor zu drücken „giltet“ nicht. Aber, was ist denn nun der Maßstab für ein angemessenes Verhalten? Ich persönlich finde es hilfreich, alles was mir begegnet als einen Spiegel zu verstehen, der mir bei näherem Hinsehen zeigt, was ich mit dem Geschehen zu tun habe. Ob das dann zur Folge hat, dass man eine Petition unterschreibt, kein Fussball mehr guckt oder ins Gebet geht, sollte jedem selbst überlassen bleiben.

 

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Sa

19

Nov

2011

Konni Fuzius spricht

 

Das Hauptmerkmal einer Informations-

gesellschaft ist, dass viele von wenig eine

Ahnung haben, aber zu allem eine Meinung.

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Mo

14

Nov

2011

In einem Zug

Hier ist mein erster mobiler Blogeintrag, genau genommen aus dem IC 2376, auf dem Weg in die Bundeshauptstadt. Meine Mission: Sinnvolle Arbeit! Mein Frühstück: Vergessen – auf dem Küchentisch! Und nun? Nur eine kleine 0,33 l Flasche Quellwasser der Marke „Mont Roucous“ und mein Apple Mac Book sind jetzt meine Begleiter auf diesem Trip – MacGyver sei mit mir! Der Morgenfrost liegt noch auf den grünen Auen, an denen das Flaggschiff der Deutschen Bahn etwas hochnäsig vorbeirauscht. „Nächster Halt: Marburg ... wirbedankenunsbeiallenfahrgästenfürdiefahrtmitderdeutschenbahn ... Ausstieg, in Fahrtrichtung rrrrrechts.“ Die Uniformen der Zugbegleiter sind etwas schicker geworden. Ich erinnere mich noch an die schlecht sitzende Karnevalsverkleidung der Bahnbeamten(!) in den Siebzigern, mit den hässlichen Polyesterkrawatten und der kleinkarierten blau-kieselgrauen Musterung. Ich glaube, die gab es auch nur in zwei Konfektionsgrößen (XXS und XXL), denn gepasst hat das keinem. Eine Tradition hat sich über die Jahrzehnte gehalten: Man meckert immer über die Preise und die Verspätungen, und im Falle einer solchen, hat die Empörung über die willkürliche Gewalt, die einem die Bahn mal wieder antut, gelegentlich schon groteske Züge. Ich finde, Bahnfahren ist eine wundervolle Art zu reisen, und jetzt werde ich mir erst mal einen völlig überteuerten Milchkaffee holen und genießen. Umstieg in Kassel-Wilhelmshöhe in den ICE 872. Der reservierte Platz 96 in Wagen 1 ist nicht zu finden, weil es Wagen 1 gar nicht gibt! Das ist eine Schande, ich habe dafür bezahlt, jetzt muss ich durch den ganzen Zug und den Zugführer suchen, die Gänge sind doch viel zu eng um hier mit Koffer durchzukommen und alle zwei Meter lümmeln sich irgendwelche Anzugshosenbeine cowboymäßig in den Gang. Muss denn wirklich jeder Fahrgast einen Koffer mit auf Reisen nehmen? In den Siebzigern war das echt angenehmer und ruhiger. Ich erinnere mich noch an die freundlichen Schaffner in ihren stramm sitzenden Uniformen. Zugführer, zeig Dich!

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Sa

05

Nov

2011

Batman is back

Meet Little Sixteen - Briefe an das 16-jährige Ich ist erschienen. 33 Autoren sind unserem Aufruf gefolgt und liefern auf 133 Seiten, von kleinen Notizen bis zu längst fälligen Duellen, sehr persönliche Innenansichten. Ich habe unter dem Pseudonym Bruce W. über meine heldenhafte Vergangenheit geschrieben. Mit Euch, meinen Blog-Lesern, teile ich nun meine jugendlichen Fantasien. Alle anderen müssen das Buch kaufen oder das e-Book.

 

A Man's World

Nachhilfestunden in Mathe, Einkaufen gehen für Mutti und ein netter Junge sein – das sind gleich drei Demütigungen auf einmal. Und das ist keine Kinderüberraschung, sondern eine handfeste Kastration. Hier ist ohnehin nicht meine Welt! Meine Welt ist die von Batman und den Marvel-Helden. Das Leben macht doch keinen Sinn ohne Geheimidentität, einem Cape, stramm sitzenden Heldenhosen und Fledermausohren. Männer wie wir werden gebraucht, denn die Welt ist voller Bösewichte, verätzt grinsenden Jokern und durchgeknallten Psychopathen. Dagegen waren die Panzerknacker aus Entenhausen Waisenknaben. R. I. P. Micky Maus, Donald und Dagobert – ich bin schon lange über Euch hinausgewachsen, denn mit kindischem Entengequacke wird man das Böse niemals besiegen. Und bei Gott, diese Welt ist in einem schlimmen Zustand. Ich werde meinen Erstwohnsitz nach Gotham City verlegen müssen, um wirklich helfen zu können. Mal ein wenig in den Ecken putzen reicht hier nicht. Aufräumen ist angesagt, aber gründlich!

 

Brauchen Superhelden eigentlich Abitur? Was, wenn die Superkräfte im Alter nachlassen und wenn ich es irgendwann müde werde, mich mit den immer gleichen und unbelehrbaren Schurken zu hauen? Wie lange kann ich noch auf die Superkräfte meiner Spermien vertrauen? Ich weiss ja nicht, wann genau  Supergirl endlich bei mir vorbeikommt ... Was, wenn eines Tages die Doppelbesteuerung für Geheimidentitäten beschlossen wird? Vielleicht wäre ein Medizinstudium als zweites Flugbein eine gute Idee! Ob Arzt oder Superheld, letztlich wollen wir doch alle nur das Eine: Helfen!

 

 

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Di

01

Nov

2011

Ode an die Ockertöne

Ja so ein Herbsttag, nicht von dieser Welt.

Sogar mein Hund wirkt regelrecht erhellt,

wenn er verzückt in güldnen Blättern wühlt,

sich ganz und gar als Weltenkönig fühlt.

Ich glaub, wir steh’n im Wald.

 

Ja so ein Herbsttag hat gerade noch gefehlt,

hat Dich und mich als Kronzeugen gewählt,

damit später. wenn die Farben dann verblassen

wir uns keinesfalls davon abhalten lassen,

zu erzählen, wie das damals war.

 

Ja so ein Herbsttag, wer hat ihn wohl erfunden?

Waren’s die Schweizer in ihren dunklen Stunden?

Ist ja egal, wer sich mit Rechten brüstet,

denn haben kann ihn, wem danach gelüstet.

Nur keine Scheu, alles ist erLaubt.

 

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Mi

19

Okt

2011

Geschmacksache

Habt Ihr mich vermisst? Ich mich auch! Deswegen habe ich mich auf die Suche gemacht und war eine ganze Weile offline – internetlos und facebookfrei. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich in meinem Blog eigentlich immer nur über das EINE schreibe und die Welt um mich herum zunehmend verblödet. Zwischen diesen beiden Dingen gibt es keinen kausalen Zusammenhang, aber das hat mich frustriert. Nach ein paar Tagen Retreat in Berlin und mittlerweile acht Tagen Samurai-Fasten (eine fantastische Methode, ich werde mehr darüber berichten) sehe ich das nicht unbedingt anders, aber entspannter. Was soll‘s eigentlich? Die Bayern wollen auch immer nur das EINE, nämlich die Meisterschaft! Und was bringt es mir, andere für verblödeter zu halten als mich selbst, wenn doch das einzige was ich tatsächlich ändern kann mein eigenes Denken ist. Klar, wir könnten alle etwas netter, aufgeweckter und respektvoller sein, aber die liebevollen Gesten begegnen einem oft wenig aufdringlich und in ganz unerwarteten Momenten. Blöd, wenn man dann gerade in einer Trotzphase ist und überhaupt nicht erkennt, dass sich da etwas Schönes vor und für einen auftut. Ist aber auch nicht sooo schlimm, mal trotzig zu sein – es gibt ja wahrlich gute Gründe. Wer trotzt, merkt noch was! Entscheidend ist wohl, dass man ein Wissen darum haben sollte, wie man gerade drauf ist. Die Tagesbotschaft? Ich mag keine Fototasse mit meinem Konterfei, fantastische Umsatzsteigerungsseminare, ein Haarshampoo mit Extrakten aus der schwarzen Borneo-Kokosnuss oder das neueste I-Phone. Muss ich auch nicht, denn ich bin ja frei und über Geschmack streiten ist Zeitverschwendung. Was ich gerade mag? Inka Tee (Lapacho Orange-Spice), Hamburg und mein Buchprojekt „Meet Little Sixteen“.

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Do

22

Sep

2011

Spinnst Du?

Wenn ich mich mal in meinem Arbeits- und Lebensumfeld so umschaue, muss ich sagen, dass es meist sehr vernünftig zugeht. Eigentlich hat ja jeder kreatives Potential und ein wenig anarchistische Energie in sich. Wir könnten alle ein wenig mehr spinnen und „Kunstvolles“ schaffen, jenseits irgendwelcher elitären Clubsesselregeln. Gedanken, Inhalte oder Haltungen mit denen wir uns verbunden oder wohl fühlen, die uns schmunzeln lassen, nachdenklich machen oder einfach lebendiger. Die Banalisierung unseres Lebens durch einen bedeutungslosen Alltag ist gruselig. Wir reden oft von Demokratie im Sinne von Rechten, die wir haben. Da wir aber alle das Zeug zur Erlösung, Erleuchtung oder, um nicht zu dick aufzutragen, zur Veränderung haben, beinhaltet dies für mich auch eine Verpflichtung, unser Potential zu nutzen. Um das zu unterstützen, plädiere ich ernsthaft für die Wiedereinführung von Hofnarren und der Förderung der Kunst im Beuys‘chen Sinne: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“  Ich bin für mehr Fettecken und weniger fettarme Gedanken! Wenn akademische Künstler und Geisteswissenschaftler mangels Begehrtsein Taxi fahren, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, sehe ich das übrigens nicht als ein Versagen an. Taxifahrer tragen mit Sicherheit mehr zur Völkerverständigung bei als mancher Verwaltungsbeamter in EU-Kommissionen. Etwas mehr Platz für die Kunst, auch als gesellschaftlichen Auftrag, fände ich trotzdem erstrebenswert. Wir können doch nicht das Kreativfeld allein den Programmierern von Computerviren überlassen! Ich mache seit Mai diesen Blog, widme mich mehr dem Schreiben und der Fotografie und diese Art der Frischzellenkur ist Viagra und Beruhigungsmittel zugleich, auch für meine alltägliche Arbeit. Ich glaub, ich spinne!

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Di

20

Sep

2011

Uncle Slam

Ich wurde die Tage von einem der Matadoren des Poetry Slam eingeladen, beim nächsten Slam Event im Januar dabeizusein. Das Publikum ist 16+ und meine Tochter samt Freundinnen gehen da in der Regel auch hin. Ich bin so begeistert von dieser Idee des Poeten-Wettkampfs, dass ich noch am gleichen Abend einen ersten Text ohne großartige Wehen entbunden habe. Einen guten Namen werde ich noch brauchen. Ich schwanke zwischen einem braven deutschen „Der Onkel“ und ... „Uncle Slam“, als Reminiszenz an die amerikanischen Wurzeln dieses Sports. Euch, meinen treuen Bloglesern, verrate ich heute schon das Intro zu meinem Monolog mit der Jugend:

 

Ich hab‘ Euch nichts zu sagen!

 

Mildernde Umstände führten dazu, dass ich heute vor Euch stehe, der Generation „Zähne Putzen, Schlafanzug an, noch was vorlesen und dann ab ins Bett“, denn ich könnte Euer Vater sein. Nun sind wir hier, nur ich und ihr und dieses Blatt Papier. Warum macht der Mann nicht einen normalen Beruf, verdient sein Geld mit unfair angebautem „Irgendwas“, meckert über den Staat, die Parteien, die Ärzte und die Jugend, hält sich von Orten wie diesem fern und verhält sich altersgemäß? Ich hab es ja probiert, aber ich fand es langweilig. Wir leben in einer Marketinggesellschaft und da hat alles und jeder einen klar definierten Platz, sauber sortiert nach Altersgruppen und Neigungen, die man hat oder gerne hätte oder von denen andere meinen, dass man sie haben sollte. Du bist nicht Stefan, Du bist zahlendes Mitglied einer Zielgruppe. Wir freuen uns heute schon auf das I-Phone 17, obwohl wir erst die 14 in der Hand halten. Alles ist bestens geregelt: Ich achte darauf, dass ich meine Pflegversicherungsbeiträge immer pünktlich abführe und Ihr seid einfach Ihr, die Hoffnung und die Zukunft dieses Landes, vorausgesetzt ihr macht Euer BWL-Studium ordentlich zu Ende, um dann irgendwann auch ein pflegeversicherungsbeitragzahlendes Glied dieser Gesellschaft zu sein: Spießer 4.0.

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Fr

16

Sep

2011

Konni Fuzius spricht

 

"Nicht jeder postbare

Gedanke ist auch

ein kostbarer Gedanke."

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Di

13

Sep

2011

Ich bin zu haben

Nun steht es fest: Mario aus Oldenburg, ein auch aus meiner Sicht ziemlich guter Fotograf, ist SIGMA World Tour Scout und hat damit den Job, für den ich wochenlang und mit viel Herzblut eine richtig geile Bewerbung vorbereitet habe. Ich wollte schreibend und fotografierend auf Weltreise, hätte Hund, Tochter und Auto zurückgelassen und mich gegen Cholera, Pest und Zuhälter impfen lassen. Tja, das ist jetzt ein Fall für Super Mario. Immerhin ist mein Buch im letzten Newsletter von epubli.de als Neuerscheinung des Monats gekürt worden, aber einen neuen Plan A muss ich trotzdem machen, denn jetzt zahle ich ja weiter Miete und Milchkaffees in Bad Nauheim und mein Auto braucht neue Bremsbeläge. In einer Art katharsischem Schub habe ich heute einem meiner Kunden gesagt, dass es keinen Sinn macht seinen Werbeplan umzusetzen, wenn er sein Team nicht integriert. Das hat ihn sehr geärgert und vielleicht kommt er nicht wieder. Das ist schade, aber wirklich verloren habe ich eigentlich nichts. Sicher, das sieht für jeden je nach Lebenssituation und Verantwortlichkeiten anders aus, aber ich glaube dass wir öfter eine große Lippe riskieren könnten als wir es tatsächlich tun, und dass der Hauptsponsor unseres Vereins die Angst ist. Ich würde mich gar nicht mal als Querdenker bezeichnen, habe im Moment eher das Gefühl einer Normalisierung oder Entgiftung, z. B. von nervigen Gebeten wie „Wir müssen uns vernetzen, schnell handeln und Nischen besetzen“. Nö, wir sollten uns mal wieder etwas mehr inspirieren lassen, uns Zeit nehmen und Ideen entwickeln, statt sie rauszudrücken wie die Legehennen. Das ist zumindest meine Vorstellung von befriedigender und fruchtbarer Arbeit.

 

Also, wer in aller Welt das liest, nicht doof ist und einen konzeptionsstarken Gestalter, Texter oder Blogger sucht, der kann sich gerne bei mir melden. Und wenn das nicht der Zeitpunkt für neue Projekte ist, dann ziehe ich mich in meine Bloghütte zurück, lege mir eine Pfeife zu und rauche alle netzwerkenden Hektiker in derselben. 

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Do

08

Sep

2011

Konni Fuzius spricht

 

"Shopping ist die Lightversion

von Alkoholismus und beides

eine Art, Hunger zu leiden

in einer zivilisierten Welt"

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