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Meet Little sixteen

 

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Mahlzeit

An den Umsätzen der beiden großen Fleischindustrien - der Massentierhaltung und der Pornographie - lässt sich einiges ablesen. Beiden liegt das Prinzip der Gier und der Abspaltung zugrunde: Immer hungrig und getrennt von einer Beziehung zu den Wesen, die wir begehren oder ... einfach essen. Das ist die Bilanz einer Gesellschaft, die alles als Ware verpackt, die jederzeit und unlimitiert verfügbar ist, wenn man bezahlt. Wir Menschen sind ja eher eine Minderheit unter den Erdlingen. Für unsere Ökobilanz und die Schädlingsbekämpfung wäre es durchaus folgerichtig, wenn wir anfangen würden, nicht mehr unsere Mitbewohner auf diesem Planeten, sondern uns selbst zu essen. In den Händen der richtigen Werbeagentur, wäre das sogar ein realisierbares Projekt: „Nur das Beste - Eat yourself!“ könnte der Claim lauten. Gut sediert mit einer professionellen Teilanästhesie, lecker gewürzt, paniert, gegrillt und mit Doppelt-Käse überbacken, könnten wir anfangen unseren rechten Arm zu verzehren. Die dann nötigen Prothesen könnten Zalando und Amazon (versandkostenfrei!) verschicken. Jede Menge Extra-Apps, die der normale menschliche Arm nicht zu bieten hat, wie z. B. eine W-Lan-Verbindung und die aktuellen Bundesligaergebnisse im 5D-Display, würden sicherlich ihre Fans finden und zu Clubgründungen führen. Das Verzehren des eigenen Arms als Initiationsritual und Einstieg in eine bessere Welt könnte der Beginn einer segensreichen Selbstelimierung der Spezies „Konsument“ sein. Gruselig? Ja!
 

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Kommentare: 1
  • #1

    Christine Schönhaber (Sonntag, 22 September 2013 23:13)

    Wow! Das ist ja richtig Tacheles! Gruselig, ja und deswegen: Touché!